Impact Investing

Impact Investing beschreibt Investitionen, die eine positive Rendite erwirtschaften sollen, aber dabei klar das Ziel verfolgen, einen positiven Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt zu bewirken. Die Bertelsmann Stiftung prognostiziert „ein[en] ausdifferenzierte[n] Milliardenmarkt mit großem Wachstumspotenzial und hoher Dynamik“. Die Nachfrage nach bewusst nachhaltig ausgerichteten Geschäftsmodellen von institutionellen und privaten Investoren hat auch in den letzten Jahren stark zugenommen. 39,8 Milliarden Euro investierten Privatanleger im Jahr 2020 in nachhaltige Fonds und Mandate. Das ist laut dem Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen mehr als doppelt so viel wie zum Jahresende 2019. Impact Investing hat damit auch in Deutschland eine neue Entwicklungsstufe erreicht und bildet heute eine breite Bewegung. Eine Bewegung die über Investorengruppen, Anlageklassen und Themenfelder hinweg immer wieder aufs Neue den Beweis antritt, dass Rendite und Wirkung keine Gegensätze darstellen, sondern Hand in Hand gehen können.

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Abbildung: Impact Investments in Deutschland 2020

Die Vereinten Nationen haben 17 globale Ziele für 2030 verabschiedet, zu deren Erreichung sich die Staats- und Regierungschefs verpflichtet haben. Mehr Informationen dazu und den Beitrag von Maffei & Co. finden Sie hier

Impact Investing ist heute keine visionäre Idee einer kleinen Gruppe von Innovatoren mehr, sondern ein ausdifferenzierter Milliardenmarkt mit großem Wachstumspotential und hoher Dynamik.

 

Sind die Risiken bei grünen Investments höher?

 

Das kommt darauf an, wie sehr man sich beim Investieren einschränkt. Grundsätzlich gilt: Je spezieller das Thema und je enger die Branche, desto größer ist das Risiko. Und wenn man einzelne nachhaltige Anteile kauft, ist das Risiko immer höher, als wenn man in einen Fonds oder ETF investiert. In Bereichen wie der grünen Energie sind zudem viele junge Unternehmen unterwegs, die zwar innovativ sind, aber noch kein Geld verdienen. Damit liegt das Risiko in der Kleinteiligkeit und noch fehlenden Bandbreite begründet, nicht aber in der Nachhaltigkeit selbst. Diese neue Assetklasse steckt noch in den Kinderschuhen, mit allen typischen Herausforderungen einer jungen Anlagenklasse behaftet, aber dem Potential Mainstream zu werden. Deutlicher Hinweis darauf ist, dass derzeit mehr Kapital nachhaltige Anlageformen sucht, wie der Markt aktuell bereitstellt. Es ist nicht auszuschließen, das mittelfristig der Markt kippt und Investments in nicht nachhaltige Anlagen aufgrund sich schnell verändernder Regulierungen und Rahmenbedingungen als zu riskant eingestuft werden und nicht nur aus ethischen Motiven heraus Anlagen bevorzugt werden, die einen positiven Beitrag für zukünftige Generationen anbieten.

 

Muss ich bei nachhaltigen Investitionen auf Rendite verzichten?

 

Nein, Rendite und Nachhaltigkeit schließen sich grundsätzlich nicht aus. Im Gegenteil, nachhaltig ist zukunftsorientiert und bietet langfristig bessere Renditeaussichten. Der Weltaktienindex MSCI World läuft jedenfalls seit einigen Jahren schlechter als sein nachhaltig orientiertes Pendant, der MSCI World SRI.

Grundsätzlich gilt für nachhaltige Beteiligungen, dass sie strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien genügen sollten. Diese sogenannten ESG-Kriterien, wobei das E für "Environment" steht, also für eine gute Umwelt, das S für "Social", also soziale Aspekte, und das G für "Governance", also gute Unternehmensführung, definieren einen Bewertungskatalog für nachhaltige Anlagen, der allerdings noch lange keinen allgemeingültigen Standard darstellt. 

 

Wie finde ich wirklich nachhaltige Beteiligungen, die zu mir passen?

 

Weil es für nachhaltige Beteiligungen noch keinen einheitlichen Standard gibt, ist es für Privatanleger oft schwierig, die passende Anlage zu finden. Einige Firmen und Anbieter biegen sich ihre Strategien und Produkte so zurecht, dass sie einen etwas grüneren Anstrich bekommen. Wirklich umweltfreundlich oder sozial sind sie aber gar nicht. "Greenwashing" ist für Privatanleger kaum zu durchschauen, weil die Analyse viel Wissen und Zeit erfordert.

 

Der DAX50 ESG bildet die Kursentwicklung der 50 größten und liquidesten Aktien auf dem deutschen Markt ab – basierend auf den Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG). Ausgeschlossen sind also zum Beispiel Firmen, die mit Waffen, Tabak oder Kernenergie zu tun haben. Deutlich mehr Auswahl gibt es im MSCI World Socially Responsible Index. Er umfasst die rund 400 Unternehmen aus der entwickelten Welt mit dem höchsten ESG-Ranking. Statt in einzelne Aktien zu investieren, können Privatanleger ihr Risiko breit streuen – z.B. über nachhaltige Aktienfonds und ETFs. Institutionelle Anleger verfahren in der Regel nach dem Ausschlussverfahren, so werden etwa Unternehmen ausgeklammert, die die Umwelt zerstören oder Menschenrechte verletzten. 

 

Die Stiftung Warentest hat im Juni 2020 156 Nachhaltigkeitsfonds untersucht, darunter 99 Welt-, 46 Europa- und 11 Schwellenländerfonds. Nur eine Handvoll Fonds schaffte dabei die Bestnote. Die Tester wollten unter anderem wissen, welche Branchen und Geschäftspraktiken die Anbieter ausschließen und ob das auch für Töchter, Beteiligungen und Zulieferer der Firmen gilt.

 

Eine wertvolle Orientierung im boomenden Markt für nachhaltige Investments bietet die Bundesinitiative Impact Investing (https://bundesinitiative-impact-investing.de).

 

Fazit:

Investieren im Sinne der 17 Sustainibility Development Goals der UN wird zur Notwendigkeit für langfristige Anlagestrategien. Entscheidend hierbei ist, dass die SDGs nicht nur zum Schein, sondern tatsächlich berücksichtigt und implementiert werden. Hierfür muss der Wertewandel im Sinne einer nachhaltigen Governance authentisch gelebt werden. Es gilt Environmental Social Governance (ESG) auch im Sinne zukünftiger Impact Investoren konkreter festzuschreiben, deren Einhaltung messbar zu verfolgen und zu dokumentieren.

Maffei & Co., 23.09.2021